Im Land Niedersachsen wurden 1988 einheitliche Leistungswettbewerbe eingeführt. Ziel ist es, die laufende Ausbildung in der Feuerwehr mit diesen Wettbewerbe zu unterstützen, da ihr Inhalt verschiedenen Bestimmungen und Dienstvorschriften angepasst ist. In einem Runderlass des Niedersächsischen Innenministeriums (RdErl. d. MI v. 19.8.2003 - 52.1-13223/2-) heißt es: "Der Übungsdienst für die Leistungswettbewerbe und die Teilnahme an diesen Wettbewerben auf Gemeinde-, Abschnitts-, Kreis-, Bezirks- und Landesebene ist wegen der ausbildungsgerechten Gestaltung der Wettbewerbe wichtiger Bestandteil des Ausbildungsdienstes der Feuerwehren. Mit der Vorbereitung für die Teilnahme an Leistungswettbewerben wird ein weiter Bereich der praktischen Ausbildung im Rahmen des Jahresdienstplans in den Ausbildungsschwerpunkten 'Grundübungen', 'Einsatzübungen', 'Menschenrettung' und 'Leitereinsatz' abgedeckt."

     
Ablauf eines Wettbewerbs
Die Gruppe tritt hinter dem Fahrzeug an und der Gruppenführer erhält den Auftrag vom Bahnleiter. Anschließend fährt das Fahrzeug in die Wettbewerbsbahn ein und die Gruppe marschiert hinterher. Nachdem alle wieder angetreten sind gibt der Gruppenführer seine Einsatzbefehle. Der Angriffstrupp wird als erstes zur Menschenrettung geschickt. Da eine Person aus dem 1. OG (simuliert durch ein Gerüst oder Turm) zu retten ist, muss eine Leiter aufgebaut werden. Der Melder unterstützt den Angriffstrupp bei seiner Aufgabe. Die restlichen Trupps und der Maschinist beginnen nach weiteren Anweisungen des Gruppenführers mit dem Aufbau der Saugleitung. Das Kuppeln der Saugleitung übernehmen Wasser- und Schlauchtrupp. Dieses ist ein Zeittakt, d.h. je schneller die Leitung aufgebaut ist, desto weniger Punkte Abzug gibt es am Ende.
Der Angriffstrupp hat mittlerweile die Leiter aufgebaut und sichert die zu rettende Person mit einem Rettungsknoten. Das Opfer steigt über die Leiter ab, ist aber von oben gesichert. Anschließend wird der Verletzte an den Rettungsdienst, simuliert durch die Wertungsrichter, übergeben.

Nachdem die Saugleitung aufgebaut wurde, stellt der Wassertrupp die Schlauchleitung von der Pumpe bis zum Verteiler her. Dieses ist ebenfalls ein Zeittakt. Der Maschinist beginnt mit dem Ansaugen und öffnet auf Befehl des Wassertrupps das Ventil. Nachdem die Leitung befüllt wurde, erhält der Wassertrupp seinen Einsatzbefehl. Er muss mit dem 1. Rohr in das 1. OG und die Brandbekämpfung einleiten. Also besteigt der Wassertrupp die Leiter und gelangt so ins Obergeschoss. Der Schlauchtrupp kommt mit nach vorne und unterstützt den Wassertrupp. Da die Leiter nicht mit Geräten bestiegen werden darf, lässt der Wassertrupp eine Leine herunter. Der Schlauchtrupp befestigt mit einem doppelten Ankerstich (mit Halbschlag) das Strahlrohr, sodass der Wassertrupp Strahlrohr und den vorher angekuppelten Schlauch heraufziehen kann. Nach dem Befehl "1. Rohr, Wasser marsch!" baut der Schlauchtrupp die Leitung vom Strahlrohr zum Verteiler auf und öffnet das Ventil, falls der Melder den Verteiler nicht schon dessen Bedienung übernommen hat. Der Melder hatte, nachdem die Menschenrettung beendet war, einen Funkspruch mit der Lagemeldung abzusetzen. Dazu musste er sich zum Fahrzeug begeben, funken und sich beim Gruppenführer zurückmelden.

Der Schlauchtrupp bekommt, nachdem er die Leitung des Wassertrupps aufgebaut hat, einen eigenen Befehl. Er muss zur Sicherung der Nachbargebäudes das 2. Rohr vornehmen. Dazu muss er schnellstmöglich - es ist wieder ein Zeittakt - seine Leitung, die aus drei C-Schläuchen besteht, aufbauen und ein Ziel abspritzen.

Auch der Angriffstrupp hat noch einen Zeittakt zu erfüllen. Er muss ein B-Rohr zur Abriegelung vornehmen.
Nachdem alle drei Ziele abgespritzt wurden, muss abgebaut werden. Nachdem alle Materialien wieder im Fahrzeug verstaut wurden, ist die Übung beendet und die Zeitnahme endet. Die ganze Übung muss innerhalb von 10 Minuten erledigt sein, sonst drohen Strafpunkte.

Im Anschluss an den praktischen Teil finden für den Gruppenführer, den Maschinisten, den Melder und den Angriffstrupp Sonderprüfungen statt. Maschinist und Melder müssen je drei Fragen (aus einem Pool von je 50 Faschfragen) beantworten. Der Gruppenführer muss auf einen Karte eine Koordinate zu einem Punkt auf der Karte (oder umgekehrt: anhand der Koordinate einen Punkt) bestimmen. Ferner muss er noch zwei Fragen (aus einem Pool von 99) beantworten. Der Angriffstrupp führt noch eine Menschenrettung aus einem Fahrzeug durch. Dabei sind verschiedene Details zu beachten, sonst drohen wieder Fehler.

Überhaupt wird die ganze Übung von einem Wertungsteam beobachtet. Abweichungen vom vorgeschriebenen Ablauf oder Verstöße gegen die Unfall-Verhütungsvorschriften werden mit Fehlerpunkten bestraft. Weiterhin wird eine Note für das Auftreten und die Arbeit der Gruppenmitglieder vergeben.

     
     

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