BAD NENNDORF. Auf das Jahr der "Brandmeldeanlagen" konnte die Feuerwehr Bad Nenndorf zurückblicken. 51 der 94 angefallenen Einsätze gingen auf das Konto von mutwillig oder aus unbekannten Gründen ausgelösten Brandmeldeanlagen. Ein echtes Problem, denn oft gehen die Alarme nachts los und die Feuerwehrleute werden aus dem tiefsten Schlaf gerissen und sind am nächsten Morgen total übermüdet am Arbeitsplatz.

Wie der stellvertretende Ortsbrandmeister Thomas Schweer berichten konnte, machten die Fehlalarme der größten Teil der Einsätze des vergangenen Jahres aus. Daneben gab es noch 13 Brände, 27 Hilfeleistungen und 3 Brandsicherheitswachen abzuarbeiten. Besonders schwer waren wieder einmal die Einsätze auf der Autobahn. Bei einem Einsatz im September kamen auf der A2 drei Menschen, darunter ein Kind, ums Leben.

Damit die Herausforderungen bewältigt werden können, ist eine gute Ausbildung notwendig. Neben den Lehrgängen auf Kreis- und Landesebene spielt auch die Ausbildung in der Feuerwehr eine große Rolle. Zugführer Ernst Juretzka konnte von zahlreichen Ausbildungsdiensten berichten. Dabei wurde an den in der Feuerwehr vorhandenen Fahrzeugen und Geräten geübt. In Zusammenarbeit mit einem Abschleppunternehmen standen auch immer Fahrzeugwracks zur Verfügung, an denen die Rettung von Menschen geprobt werden konnte. Auch die theoretische Unterweisung in Unfallverhütung, Dienstvorschriften und 1. Hilfe gehörte mit zum Unterricht in der Feuerwehr.

Der Ortsbrandmeister Sascha Schütte ging in seinem Bericht auf die zahlreichen Fehlalarme und die damit verbundenen Konsequenzen ein. Ganz offen sprach er die schwindende Motivation an. Wenn nachts der Pieper ruft, warten viele erst einmal ab, was passiert ist. Sie können es sich nicht leisten, morgens übermüdet am Arbeitsplatz zu erscheinen - nicht in der derzeitigen wirtschaftlichen Lage. Selbst wenn der Einsatz nach einer halben Stunde beendet ist, finden die Kameradinnen und Kameraden nicht wieder sofort in den Schlaf. Man ist aus seinem Rhythmus herausgerissen und braucht einige Zeit, um wieder einzuschlafen. Passiert so etwas häufiger, wird die Geduld der Arbeitgeber stark auf die Probe gestellt.

Nach 47 Fehlalarmen in 2003 wurden die zuständigen Behörden von Gemeinde und Landkreis um Hilfe gebeten. Hat die Gemeinde mit fast allen Betreibern Gespräche geführt, so wird die Angelegenheit beim Landkreis von einer Abteilung zur nächsten geschoben und niemand kümmert sich so richtig. Der Samtgemeindebürgermeister Wilfried Battermann versprach, sich in der kommenden Woche mit dem Landrat in Verbindung zu setzen. Der Landkreis stellt so hohe Anforderungen an den Brandschutz und ist daher auch bei der Beseitigung der Missstände in der Pflicht.

Der Fuhrpark, so Schütte, entspricht - bis auf das ELW - den Anforderungen. Das ELW ist 21 Jahre alt und wurde im Eigenbau erstellt. Eine vernünftige Einsatzleitung, besonders bei größeren Einsätzen, ist wegen Platzproblemen nicht möglich. Für das Jahr 2005 ist jedoch Ersatz vorgesehen. Der Samtgemeinderat muss in seiner Haushaltsberatung im März nur noch zustimmen.

2004 wurde ein neuer Hilfeleistungssatz angeschafft. Heutige Fahrzeuge werden immer stabiler und konnten mit dem alten Satz nur noch schwer bearbeitet werden. Trotzdem bleibt auch der "alte" Hilfeleistungssatz weiterhin im Einsatz. Er wurde an die Feuerwehr Haste gegeben. Somit stehen nun zwei Sätze in der Samtgemeinde zur Verfügung. Bei größeren Unfällen kann nun noch effektiver Hilfe geleistet werden.

Ehrungen

Für 25-jährigen aktiven Dienst in der Feuerwehr wurde Jörg Wackerhahn vom Abschnittsleiter Günter Schneider mit dem Niedersächsischen Ehrenzeichen ausgezeichnet. Für 25-jährige fördernde Mitgliedschaft wurden die Eigentümergemeinschaft Rodenberger Allee 17, Rudolf Klohs und Christian Dylla ausgezeichnet.

Beförderungen

Der Gemeindebrandmeister Uwe Blume beförderte den Ortsbrandmeister Sascha Schütte zum Oberlöschmeister. Jens Lattwesen und Jan Janssen sind nun Hauptfeuerwehrmänner.

Die Freiwillige Feuerwehr Bad Nenndorf wurde 1880 gegründet. Das 125. Jubiläum wird im mit mehreren Veranstaltungen gefeiert. Der große Abschluss findet im September statt. Am 02.09.05 wird mit einem Kommers gefeiert. Der 17.09.05 steht im Zeichen einer großen Party für Jung und Alt. Ein genaues Programm wird noch folgen.

 
Günter Schneider (li.) ehrt Jörg Wackerhahn für 25 Jahre aktiven Dienst.
Sascha Schütte (li.) ehrt fördernde Mitglieder für 25 Jahre Mitgliedschaft.
   
   
Der Gemeindebrandmeister befördert Sascha Schütte zum Oberlöschmeister.
Jens Lattwesen (mi.) und Jan Janssen sind nun Hauptfeuerwehrmänner.

 
 
Text und Fotos: Marco Thiele    
 

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