|
WALTRINGHAUSEN. Der 2. Zug der Kreisfeuerwehrbereitschaft
Nord befand sich gerade auf einer Bewegungsfahrt durch den Landkreis und
zufällig in der Nähe von Waltringhausen, als er durch die
Feuerwehr-Einsatzleitstelle in die Dorfstraße beordert wurde. Auf einem
landwirtschaftlichen Anwesen kam es zu starker Rauchentwicklung in der
Scheune und der Eigentümer vermisste mehrere Personen.
Die Feuerwehr Waltringhausen, die nicht an der Bewegungsfahrt teilnahm, traf
als erstes am Einsatzort ein und begann sofort mit der Suche nach den sechs
vermissten Menschen und dem Aufbau einer Wasserversorgung. Da die eigenen
Kräfte nicht ausreichten, kam der 2. Zug zur Hilfe. Zugführer Friedhelm
Möller teilte nach einer Besprechung mit dem Einsatzleiter aus
Waltringhausen, Lars Hecht, seine Leute ein. Die Feuerwehr Meerbeck
installierte zuerst mehrere Scheinwerfer, um für ausreichend Helligkeit vor
dem Gebäude zu sorgen. Die Feuerwehren aus Ohndorf und Riepen rüsteten
Feuerwehrleute mit Atemschutzgeräten aus, die sich an der Suche nach den
Vermissten beteiligten. Die Überwachung der Atemschutzgeräteträger lang in
den Händen der Feuerwehr Probsthagen. Diese fragte in regelmäßigen Abständen
die Reserven an Atemluft ab und achtete darauf, dass niemand zu lange im
Einsatz blieb. In der dunklen, stark verqualmten und mit
landwirtschaftlichen Geräten gefüllten Scheune war es nämlich schwierig die
Verletzten zu finden. Die Trupps mussten den Innenraum systematisch
absuchen, um alle Opfer zu lokalisieren.
Als knifflige Aufgabe erwies sich die Rettung einer unter
einem Radlader eingeklemmten Person auf dem Hof. Zu deren Befreiung
installierten die Brandschützer unter dem schweren Fahrzeug ein Hebekissen.
Während es mit Luft gefüllt wurde, begann es die Last anzuheben. Dabei
musste jedoch darauf geachtet werden, dass der Radlader nicht ins Rollen
gerät und dadurch noch weitere Personen verletzt. Langsam strömte immer mehr
Luft in das Kissen, bis es möglich war, die "Person" unter dem Radlader
hervorzuziehen.
Nachdem diese Aufgabe gelöst war und in der Zwischenzeit
auch die Nachbargebäude durch mehrere Rohre geschützt waren, gab der
Zugführer das Signal für das Übungsende. In einer Nachbesprechung im
Feuerwehrhaus Waltringhausen diskutierten die Gruppenführer und Beobachter
über die Ergebnisse der Übung. Die Ziele, Menschenrettung und geordnete
Kommunikation per Funk, wurden erreicht. Auch die Zusammenarbeit zwischen
den eingesetzten Feuerwehren, die sich in dieser Zusammenstellung nur einmal
jährlich treffen, funktionierte tadellos.
|