Hohnhorst. Feuerwehrleute wissen nie wann sie der nächste Einsatz erwartet und sie wissen nicht, was sie erwartet. Die große Waldbrandkatastrophe 1975 traf viele Feuerwehren unvorbereitet. Mangelhafte Ausrüstung, schlechte Infrastruktur und Kompetenzstreitigkeiten trugen mit dazu bei, dass mehr als 5000 Hektar Wald verbrannten. Doch aus dieser großen Katastrophe wurden auch entsprechende Lehren gezogen. In einem von der Feuerwehr Hohnhorst organisierten Seminar informierten nun Volker Schulte, Leiter des Forstamts Celle, und Jörg Brandt, Leiter der Bezirksförsterei Hermannsburg, Feuerwehrleute aus der Samtgemeinde Nenndorf über die Erfahrungen und Konsequenzen aus den damaligen Bränden. 

Vom 10. bis 12. August 1975 tobte im Raum Celle ein großer Waldbrand. Auf einer über 5000 Hektar großen Fläche vernichtete das Feuer Wald im Wert von 17 Millionen DM. Die Feuerwehren standen vor großen Problemen. Veraltete und mangelhafte Ausrüstung, schlechte Wege, fehlende Ortskenntnis und unklare Führungsstrukturen erschwerten die Brandbekämpfung erheblich. Zusätzlich kam noch hinzu, dass das Feuer durch die trockene und warme Witterung sowie den einheitlichen Baumbestand gute Bedingungen zur Ausbreitung vorfand. 

Jörg Brandt, selbst Mitglied einer freiwilligen Feuerwehr, erläuterte den Feuerwehrleuten im Feuerwehrhaus Hohnhorst anschaulich, welche Maßnahmen im Anschluss an das Feuer getroffen wurden. Vordringlichstes Ziel war die Verbesserung der Infrastruktur, die Anlage von Löschwasserbrunnen und die Aufrüstung der Feuerwehren. Man versuchte auch, Feuer hemmende Baumarten anzupflanzen, jedoch war dieses auf Grund des sandigen Untergrundes nicht überall möglich. 

Brände in den Folgejahren zeigten, dass die getroffenen Maßnahmen erfolgreich waren. Waldbrände werden jedoch nie zu vermeiden sein. Durch den Klimawandel erwarten die Experten zunehmend trockenere und heiße Sommer. Achtlos im Wald entzündete Lagerfeuer, über trockenem Gras geparkte Autos oder vorsätzliche Brandstiftung sorgen schon heute immer wieder für Einsätze der Feuerwehr. 

Besonders vom Feuer bedroht sind Nadelwälder. Da die Wälder in der Samtgemeinde Nenndorf überwiegend aus Laubbäumen bestehen, ist die Waldbrandgefahr hier geringer als im Raum Celle oder in Brandenburg. Jedoch haben auch hierzulande die Feuerwehren mit Bränden in der Natur zu kämpfen. Im Rahmen der überörtlichen Löschhilfe kann es weiterhin sein, dass auch Nenndorfer Wehren bei großen Waldbränden zum Einsatz kommen. Daher war der Vortrag für die anwesenden Feuerwehrleute sehr lehrreich. Eine ständige Fortbildung ist für Feuerwehrkräfte besonders wichtig. So sind sie immer für den nächsten Einsatz gerüstet.

Volker Schulte (li.) und Jörg Brandt
 
 
Text und Foto: Marco Thiele    
 

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