Fehlalarmierungen plagen die Feuerwehr

Bad Nenndorf. Beinahe jeder zweite Alarm der Feuerwehr war 2006 auf einen Fehler in einer Brandmeldeanlage und unsachgemäßen Umgang mit der Anlage zurückzuführen. Die Führungskräfte der Feuerwehr appellieren daher an die Betreiber der Anlagen, besonders Handwerker auf die Rauchmelder hinzuweisen und mit Abdeckhauben zu versorgen.

Der stellvertretende Ortsbrandmeister Jürgen Ehle berichtete von 108 Einsätzen im vergangenen Jahr. 50 dieser Einsätze waren auf Fehl- und Falschalarme zurückzuführen. Waren oftmals keine Gründe für die Auslösung der Anlagen ersichtlich, lag es in 26 Fällen jedoch an der Unachtsamkeit von Betreibern oder Handwerkern. Angebrannter Toast, übergekochte Milch oder Staub durch Handwerker gehörten zu den Ursachen für die Alarmierung der Feuerwehr. Alles Fälle, in denen die Feuerwehr umsonst anrückte. Ärgerlich für die Einsatzkräfte, die ihren Arbeitsplatz oder - wenn der Alarm in der Nacht auflief - ihr Bett verlassen mussten. Ärgerlich auch für die Betreiber der Anlagen oder die Handwerker, da sie für den Feuerwehreinsatz aufkommen müssen. Die Führungskräfte der Feuerwehr appellieren daher eindringlich an die Vernunft der Betroffenen. Handwerker sollten immer auf die Anlagen hingewiesen und mit entsprechenden Abdeckhauben versorgt werden.
Ehle berichtete weiterhin von Brandeinsätzen und Hilfeleistungen. Vier Großbrände führt die Statistik auf. Davon nur einer in Bad Nenndorf, als eine große Strohmiete in Flammen aufging. Ein schwerer Verkehrsunfall auf der A2 mit drei Toten führte zu einer großen und physischen und psychischen Belastung der Einsatzkräfte.

Um für die Einsätze gerüstet zu sein, ist eine ständige Aus- und Fortbildung erforderlich. Zugführer Frank Behrens berichtete von 25 regulären Dienstabenden. Immer wieder wurde der Umgang mit den technischen Geräten trainiert. Besonderes Augenmerk fiel hierbei auf den Einsatz der hydraulischen Rettungsgeräte. Eine Firma aus Rodenberg stellt dazu immer wieder Unfallfahrzeuge bereit, an denen die Feuerwehrleute realitätsnah üben können. In Hannover bot sich den Männern und Frauen der Feuerwehr die Gelegenheit in einem alten zum Übungsobjekt umgebauten Luftschutzbunker zu trainieren. Unter sehr realistischen Bedingungen gerieten die Atemschutzgeräteträger schnell an ihre Leistungsgrenze.

Die Jugendfeuerwehr um Jugendwart Thomas Hoffmeister kann auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Im 30. Jahr ihres Bestehens konnten die Jugendlichen den Gemeindewettbewerb gewinnen. Bei anderen Wettbewerben wurden ebenfalls gute bis sehr gute Ergebnisse erzielt, sodass für das kommende Jahr die Zeichen auch wieder auf Erfolg stehen. Es ist geplant, den Titel des Gemeindesiegers zu verteidigen und sich für den Bezirksentscheid in Bad Nenndorf zu qualifizieren. Dazu ist es erforderlich, beim Kreiswettbewerb unter die ersten 10 Plätze zu gelangen.

Thomas Schweer, Ortsbrandmeister der Feuerwehr Bad Nenndorf, bemängelte das Verhalten der Politik gegenüber den Feuerwehren. Die Feuerwehr erscheint den Ratsmitgliedern anscheinend als zu teuer. Dabei beachten sie nicht, dass die ehrenamtliche Arbeit der Feuerwehrleute der Gemeinde sogar Geld spart. Eine Pflicht- oder gar Berufsfeuerwehr würde wesentlich mehr Geld kosten. Ohne das unentgeltliche Engagement der Feuerwehr hätten im vergangenen Jahr Veranstaltungen in der Stadt abgesagt werden müssen. Nur durch die kurzfristige Einsatzbereitschaft der Männer und Frauen konnte das Ostpreußentreffen im Kurhaus überhaupt stattfinden. Eine negative Presse und ein Imageverlust für Bad Nenndorf wären sonst die Folge gewesen. Doch auf offizielle Anerkennung wartet die Feuerwehr vergebens. Mahnende Worte, die von den anwesenden Feuerwehrleuten mit großen Applaus quittiert wurden. Hoffentlich finden sie auch die entsprechende Resonanz.

Ehrungen

Für 25-jährige aktive Mitgliedschaft wurde Paul Dylla vom Leiter des Brandschutzabschnitts Nord mit dem niedersächsischem Ehrenzeihen geehrt. Otto Engelking und Reinhard Lorz erhielten von Schweer die Ehrennadel für 25-jährige fördernde Mitgliedschaft.

Beförderungen

Ann-Kathrin Vogel und Phillip Brendel sind nun Oberfeuerwehrleute. Der Gemeindebrandmeister Uwe Blume beförderte Eike Elwert zum Löschmeister, Jürgen Ehle zum Brandmeister und Thomas Schweer zum Hauptbrandmeister.

Abschnittsleiter Günter Schneider (links) zeichnet Paul Dylla mit dem Niedersächsischen Ehrenzeichen aus.
Uwe Blume (links) graturliert Thomas Schweer, Ann-Kathrin Vogel, Jürgen Ehle, Phillip Brendel und Eike Elwert zur Beförderung.
 
 
Text und Fotos: Marco Thiele    
 

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