Feuerwehren über bei Ceha Bock

Bad Nenndorf. Das ehemalige kurz vor dem Abriss stehende Kaufhaus Ceha Bock wurde an zwei Terminen von den Feuerwehren als Übungsobjekt genutzt. Zuerst übten die Atemschutzgeräteträger und eine Woche später war das Gebäude Mittelpunkt einer Alarmübung. Die Feuerwehren nutzten diese Gelegenheit, die sich nicht alle Tage bietet.

Das Gebäude steht bereits seit einiger Zeit leer. In wenigen Wochen rücken die Bagger an, um Platz für einen Neubau in der Bad Nenndorfer Fußgängerzone zu schaffen. Vor dem Abriss trafen sich die Atemschutzgeräteträger aus der Samtgemeinde und übten das Vorgehen in verqualmten Gebäuden. Da das Vernebeln der Räume auf Grund der Größe zu teuer geworden wäre, wurden die Atemschutzmasken mit Folie beklebt. So gehandicapt arbeiteten sich die Trupps vom Keller bis in den 2. Stock vor. Natürlich über das Treppenhaus. Und da keine Rücksicht auf eventuelle Schäden genommen werden musste, waren die Schläuche mit Wasser gefüllt. Es erwies sich als sehr schwierig, sich mit dem schweren und starren Schlauch durch das enge Treppenhaus zu bewegen. Endlich im zweiten Stock angekommen wurde - so die angenommene Lage - der Trupp durch herab stürzende Trümmerteile verletzt. Zwei Rettungstrupps standen bereit und machten sich auf den Weg. Ein Verletzter konnte nicht mehr selbstständig das Gebäude verlassen uns musste mit einem Bergetuch getragen werden. Wieder eine schwere Aufgabe, welche die Feuerwehrleute an den Rand ihrer Leistungsgrenze brachte.

Eine Woche später wurde die Feuerwehr Bad Nenndorf alarmiert. Anwohner hatten über dem Kaufhaus Rauch aufsteigen sehen und riefen über Notruf die Feuerwehr. Als das erste Fahrzeug am Einsatzort eintraf, trat Rauch aus den Fenstern im zweiten Stock aus. Personen hatten sich unberechtigt Zutritt zum Gebäude verschafft und ein Feuer entzündet, das außer Kontrolle geriet. Mehrere Personen wurden vermisst. Über die Drehleiter wurde die Menschenrettung eingeleitet. Von der Rückseite aus gingen mehrere Trupps unter Atemschutz ins Gebäude vor. Auf Grund der verwinkelten Räume wurde die Feuerwehr Waltringhausen alarmiert, um weitere Atemschutzgeräteträge vor Ort zu haben. Schließlich wurde auch noch die Feuerwehr aus Haste verständigt, da durch Lüftungsschächte herab fallende brennende Trümmer, den Heizöllagerraum in Brand gesetzt hatten. Über die Drehleiter und durch das Treppenhaus gingen die Trupps in das Gebäude und konnten schließlich die Verletzten retten. Der Raum mit den Heizöltanks wurde mit Schaum geflutet.

Diese Übung im kleinen Rahmen hat gezeigt, wie viel Personal im Ernstfall benötigt wird. Bei einem Vollbrand des Gebäudes wäre jede Feuerwehr der Gemeinde erforderlich gewesen, um ein Übergreifen der Flammen auf die Nachbarschaft zu verhindern und um genügend Wasser an die Einsatzstelle zu bekommen. 

 
 
Text und Fotos: Marco Thiele    
 

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