Feuerwehrleute im Bahnerden unterwiesen

Haste. 2003 wurde in der Samtgemeinde Nenndorf eine Spezialgruppe für das Bahnerden gegründet. Bei Bahnunfällen werden die Mitglieder alarmiert, um die Oberleitung zu erden und so eine schnelle Menschenrettung zu gewährleisten. Alle zwei Jahre sind Nachschulungen vorgeschrieben. Ein Mitarbeiter der Deutschen Bahn führte im Feuerwehrhaus Haste die diesjährige Unterweisung durch.

In den Oberleitungen der Bahn fließt Strom mit der Spannung von 15.000 Volt. Um tödliche Verletzungen davonzutragen muss man den Fahrdraht nicht direkt berühren. Ab 1,50 Meter Abstand besteht die Gefahr eines lebensgefährlichen Stromschlages. Wird bei einem Unfall die Oberleitung beschädigt und hängt herab, so ist ein gefahrloses Retten der Unfallopfer nicht möglich. Nach der Stromabschaltung durch die Bahn, muss die Fahrleitung geerdet werden, damit Restspannungen und von intakten Oberleitungen induzierte Ströme keine Gefahr mehr darstellen.

Normalerweise führt die Bahn AG das Erden der Fahrleitungen durch. Doch bis zum Eintreffen des Fachpersonals vergeht oftmals viel Zeit. Um diese Zeitspanne zu verkürzen wurden die Feuerwehren an den Bahnstrecken mit dem notwendigen Material ausgestattet und und ausgebildet. Alle zwei Jahre sind Nachschulungen vorgeschrieben. Die zweite Nachschulung seit Gründung der Gruppe Bahnerden fand nun im Feuerwehrhaus Haste statt. Günter Steuber von der der Bahn AG unterrichtete die 15 Feuerwehrleute in Theorie und Praxis. Schwerpunkte waren der Aufbau der Stromversorgung von Oberleitungsanlagen, die Gefahren von Oberleitung und Gleisanlagen, sowie die richtige Reihenfolge der Bahnerdung.

Nach Abschluss des theoretischen Teils wechselten die Teilnehmer zur Praxis. Auf einem stillgelegten Abschnitt des Haster Bahnhofs wurde die richtige Durchführung der Bahnerdung geprobt. Jeder Teilnehmer musste das schwere Erdungskabel mit einer langen Stange in die Oberleitung einhängen. Das erwies sich wieder einmal als nicht sehr einfach, wurde jedoch von allen gemeistert.

 

   
 
 
Text: Marco Thiele | Fotos: Rolf Thiele    
 

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